Das bin ich
Volker Klüpfel (also ich) wurde 1971 in Kempten geboren. Er studierte Politikwissenschaft und Geschichte in Bamberg und arbeitete als Journalist in Deutschland und den USA, u.a. für den Bayrischen Rundfunk und die Augsburger Allgemeine Zeitung.
Seit 2012 ist er Schriftsteller und erreichte gemeinsam mit Michael Kobr mit der mehrfach ausgezeichneten und verfilmten Bestsellerreihe „Kluftinger“ und weiteren Romanen ein Millionenpublikum. Zuletzt stieg der 13. Band der Reihe gleich wieder auf Platz 1 in die Bestsellerliste ein. Zudem schreibt Klüpfel Theaterstücke („Wir Räuber“, über 30.000 Zuschauer) und Drehbücher.
Inzwischen sind zwei Solo-Romane in der Reihe um den Schriftsteller und die Putzfrau erschienen: »Wenn Ende gut, dann alles« und »Mord ist die beste Beseitigung«.
Ein weiteres Projekt, »Letzte Runde für Tisch 7«, erscheint im Januar 2027.
Zehn Fragen zu “Wenn Ende gut, dann alles”
Warum ermitteln in deiner neuen Reihe ausgerechnet eine ukrainische Putzfrau und ein Möchtegern-Bestsellerautor?
Da kamen mehrere Sachen zusammen. Der Autor erklärt sich wahrscheinlich am leichtesten: Tommi ist kein Alter Ego von mir, aber ich wollte schon auch übers Schreiben schreiben, über Inspiration und die inneren Kämpfe, die man dabei so ausficht. "Write about what you know", lautet eine alte Schriftsteller-Weisheit - das hab ich gemacht. Was die Putzfrau betrifft: Ich habe eine Figur gesucht, die aufgrund ihrer Tätigkeit von den Menschen leichtfertig unterschätzt wird. Denn Svetlana ist das Brain in diesem Duo, nicht der Autor. Und dann gab es auch noch eine Inspiration für die Figur in meinem Privatleben…
Welche Rolle spielt der Caravan in deiner neuen Krimireihe?
Er ist mobiles Setting, das es meinen Protagonisten ermöglicht, in die verschiedensten sozialen Umfelder Einblick zu erhalten. Der Aktionsradius wird dadurch erheblich vergrößert. Außerdem stellt es meinen Protagonisten immer wieder vor schier unüberwindbare Herausforderungen, etwa, wenn er auf der Suche nach einer anständigen Duschgelegenheit ist, die Leerung der Chemietoilette ansteht, oder der Motor seltsame Geräusche macht. Er ist eben weder Camping-Fan, noch kennt er sich mit Autos aus. So wie ich.
In „Wenn Ende gut, dann alles“ erzählst du auf humorvolle Art von unserer Gegenwart, die ja nicht immer nur lustig ist. Was hat dich dazu gebracht?
Wenn man mit einer spannenden, humorvollen Geschichte auch noch etwas über uns und den Zustand unserer Welt erzählen kann - warum sollte man das nicht tun? Ich hoffe, ich kann den Beweis erbringen, dass sich das nicht ausschließt.
Was macht dir mehr Spaß: Die Figuren zu entwickeln oder die Geschichte?
Ich kann das nicht voneinander trennen. Hier waren die Figuren zuerst da, ich hatte sofort Lust, mich mit ihnen zu beschäftigen, ihnen zuzusehen, wie sie die Herausforderungen meistern, die ihnen die Geschichte stellt. Soll heißen: Ohne Geschichte sind auch die tollsten Figuren „arbeitslos“. Deswegen kann ich das eine nicht ohne das andere denken.
Wie hast du recherchiert, z.B. die Situation in einem Flüchtlingsheim?
Diese spezielle Situation musste ich nicht recherchieren, weil ich sie bereits kannte. In der Zeit, die allgemein als „Flüchtlingskrise“ bezeichnet wird, war ich in einem solchen Heim und habe einen bescheidenen Beitrag geleistet, der in keinster Weise mit dem zu vergleichen ist, was andere über Jahre dort Gutes tun.
Werden die Leserinnen und Leser in den nächsten Bänden mehr über Svetlanas und Tommis Hintergründe erfahren?
Auf jeden Fall. Es gibt da einiges zu entdecken, vor allem bei Svetlana, aber auch in Tommis Familiengeschichte. Nach und nach werde ich immer mehr davon enthüllen. Man fragt sich ja schon: Woher kann Svetlana das alles? Wo und wie hat sie ihre sehr speziellen Skills erworben? Und bei Tommi stellt sich die Frage: Wo ist eigentlich seine Mutter? Wer ist sie? Und: Ist Michelle nun seine Exfreundin oder machen sie wirklich nur Pause? Und wann treffen wir sie zum ersten Mal?
Über welche Reaktion auf deinen ersten Solo-Krimi hast du dich bislang am meisten gefreut?
Als mein sechzehnjähriger Sohn gesagt hat: Ich find’s eigentlich ganz gut.
Was wünschst du dir für „Wenn Ende gut, dann alles“?
Wenn es nicht das Ende ist, dann ist alles gut.
Hast du selbst schon mal im Caravan Urlaub gemacht?
Nein. Und das wird auch so bleiben. Außer ich bekomme durch das Buch einen Werbevertrag mit einem Wohnmobilhersteller, der mich mit viel Geld dazu zwingt, aus PR-Gründen so zu tun, als hätte ich mich nach dieser Art zu reisen schon immer gesehnt. Aber (Spoileralarm): Mir geht es da wie Tommi.
Hast du schon mal selbst einen Caravan gesteuert?
Für den Dreh des Buchtrailers musste ich eines dieser Ungetüme fahren - gleich durch eine Allee, mit kaum Platz auf beiden Seiten und dem nervösen Besitzer auf dem Beifahrersitz. Ich hab mich gefühlt wie Kaptain Kirk, der die Enterprise durch einen Meteoritenschauer fliegen muss.
Zehn Fragen zu “Letzte Runde für Tisch 7”
Wie ist die neue Idee zur neuen Buchreihe entstanden: hattest du Heimweh nach Altusried, deiner Heimat und der Heimat der Kultfigur Kluftinger?
Dazu bin ich zu oft da. Aber ich bin durchaus nostalgisch veranlagt, und erinnere mich gern an die Jungendjahre in meinem Heimatort. Und wie ich vor einiger Zeit so durch Altusried gehe und mein Blick auf die Kirchturmspitze fällt, sehe ich doch glatt, dass da die Kugel fehlt, die die meisten Kirchen im Allgäu haben. Da dachte ich mir: Die Geschichte dazu sollte eigentlich mal erzählt werden …
Was ist 1985 in Altusried wirklich geschehen …?
In diesem Jahr habe ich meinen vierzehnten Geburtstag gefeiert. Das war vielleicht nicht das Top-Ereignis im Ort, aber für einen begrenzten Kreis (also mich) schon.
Die Stammtischbesetzer von Tisch Sieben im Gasthof Bären bilden ein illustres Team von Hobbyermittlern: der bestens vernetzte Ex-Journalist Hermann Bruckner, Chefredakteur der Allgäuer Zeitung, der bedeutungsschwere Ex-Landrat Gebhard Fuchs, der exkommunizierte Ex-Pfarrer Peter Schneider, die Ex-Friseurin Dietlinde Herb und erste Dorfratsche, die Ex-Lehrerin aus der DDR Martina Kropke mit Hyperakusis und Bubi, der Wellensittich. Findet sich darunter vielleicht ein alter ego des Autors?
Das will ich doch nicht hoffen! Das therapeutische Schreiben findet eher in der Svetlana-Reihe statt, wo der Protagonist ein verkrachter Schriftsteller ist. Hier bin ich nur Beobachter! Mit Insiderkenntnissen.
Machst du dir keine Sorgen, dass die Altusrieder und Altusriederinnen dir Geschichtsklitterung vorwerfen könnten bei der Sache mit der Turmkugel?
Ich mache mir eher Sorgen, dass sie das, was in dem Buch steht, glauben, und es dann irgendwann zur Altusrieder Historie gehört und im Schulunterricht gelehrt wird.
Hand aufs Herz: Gab es jemals eine dunkle Prophezeiung in Altusried?
Jeden Tag. Nur nicht ganz so wirkmächtig und pathetisch. Aber schon meine Oma hat jeden zweiten Satz mit einem „Wenn du das weiter so machst, wird xy passieren“ begonnen. Auch weit verbreitet der Unkenruf: „Des goht it guat naus!“
Wenn ja: In der Turmkugel kann sie ja nicht gesteckt haben, oder?
Vielleicht weiß das ja jemand von den Leserinnen und Lesern …? Ich bin gespannt auf die Zuschriften.
Wenn du den typischen Altusrieder beschreiben solltest: Was wäre seine oder ihre hervorstechendste Eigenschaft?
Geradlinig, grantig – aber wenn man ihn erst mal kennengelernt hat auch gutherzig.
Bist du eigentlich ein waschechter Altusrieder?
Viel waschechter geht nicht, mein Opa hat sogar eine Metzgerei und einen Gasthof im Ort betrieben. Nur geboren bin ich in Kempten, wo das nächste Krankenhaus war, weil meine Mutter sich die Strapazen einer Hausgeburt nicht zumuten wollte.
Welches ist dein Lieblingsgericht auf der Speisekarte im Gasthof Bären – und wie viele Schnäpse braucht man danach?
Also am liebsten essen würd ich das panierte und danach mit Bergkäse überbackene Schnitzel. Weil ich aber leider mal was über Ernährung, Cholesterin und das ganze Zeug gelesen habe, nehm ich immer den Salat Bären, der ist mit Pilzen und Hühnchen. Kein Schnaps nötig. Schadet aber auch nicht.
Gibt es einen Ort auf der Welt, an dem du noch lieber bist als in Altusried?
Bei mir daheim, und das ist nicht in Altusried.

